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65.2: Übertragungs- und Widerstandsanalyse in der analytischen Psychotherapie

Fachbereich AP
Dozent: Prof. Dr. Jürgen Körner
Turnus: Dieser Kurs findet alle 6 Semester statt.
Beschreibung: Die Auffassungen über den methodischen Umgang mit Übertragungen haben sich in den letzten Jahrzehnten gewandelt. War es das Ziel früherer Konzepte, den Patienten von dem „Irrtum“ seiner „Fehlwahrnehmungen“ (Freud) zu überzeugen, versuchen wir heute eher, dem Patienten zu demonstrieren, wie und wozu er uns in seinem Beziehungsentwurf verwendet. Diese Arbeit „in“ der Übertragung schließt ein, dass wir unseren eigenen Anteil in der gemeinsamen Beziehungsgestaltung reflektieren und ggfs. auch zur Verfügung stellen.
Die Methoden der Übertragungsanalyse unterscheiden sich je nach Art und Schwere der Erkrankung unserer Patienten: Bei Patienten mit überwiegend neurotischen Konflikten versuchen wir, die Konfliktthemen in der therapeutischen Beziehung bewusst zu machen und wir regen sie an, mit uns gemeinsam neue Konfliktlösungen zu suchen. Bei Patienten mit schwereren Entwicklungsdefiziten müssen wir zunächst die Einsicht vermitteln, dass die Wirklichkeit – auch die unserer therapeutischen Beziehung – immer schon eine subjekthaft gedeutete ist und dass die Subjekthaftigkeit ihres Beziehungsentwurfes Gegenstand der analytischen Arbeit sein soll.
In der „klassischen“ Widerstandsanalyse haben wir unsere Patienten damit konfrontiert, dass (und wie) sie versuchen, sich der Veränderung in der Therapie zu widersetzen. Diese „paternale“ therapeutische Haltung mutet dem Patienten zu, sich auch in seinen ungeliebten Seiten wahrzunehmen und zu akzeptieren. Unter dem Einfluss humanistischer Strömungen in der Entwicklung psychotherapeutischer Methoden und insbesondere mit dem Erstarken des Intersubjektivismus hat die konfrontative Widerstandsanalyse aber an Gewicht verloren zugunsten einer eher „maternalen“, also verständnisvollen und entwicklungsfördernden Haltung.
Literatur: König, Karl (1995) Widerstandsanalyse. Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen.
Körner, Jürgen (2016) Psychodynamische Interventionsmethoden. Vandenhoeck und Ruprecht , Göttingen.

Nächste Veranstaltung: Dieser Kurs findet vorraussichtlich im Semester das nächste mal statt.

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